Am häufigsten führt der chronische Verschleiß der Arterien zur Verkalkung und zu Verschlussprozessen. Der Verschleiß der Arterienwand kann aber auch genau das Gegenteil bewirken, nämlich das Ausleiern der Wand und die  Ausbildung einer lokalen Erweiterung des Gefäßes. Diese Erkrankung, in der Fachsprache „Aneurysma“ genannt, kann an praktisch jedem Gefäß auftreten. Am häufigsten entstehen Aneurysmen an der Bauchschlagader („Aorta“) gefolgt von der Kniekehlenschlagader. In der Regel bleiben Aneurysmen lange symptomatisch und fallen allenfalls als Zufallsbefunde bei Untersuchungen aufgrund anderer Erkrankungen. Leider liegt bei Auftreten von Symptomen immer ein Notfall vor der sofort behandelt werden muss. Sehr oft ist es trotz bester Versorgung bereits ein weit fortgeschrittener Schaden eingetreten, der in Abhängigkeit der Lokalität schwerwiegende Komplikationen oder sogar den Tod bedeutet. Deshalb sollten Aneurysmen regelmäßig kontrolliert und bei einer definierten Größe behandelt werden.

Wer gehört zur Risikogruppe für die Ausbildung eines Aneurysmas?

Ursache der Erkrankung ist die Arterienverkalkung, d.h. die Einstellung der Risikofaktoren der Arterienverkalkung beugt auch der Ausbildung eines Aneurysmas vor.  Insbesondere das Rauchen sollte zwingend eingestellt werden.
Häufig besteht eine große familiäre Neigung, die nicht beeinflussbar ist.

Welche Anzeichen deuten auf Aneurysma hin?

Aneurysmen bleiben lang symptomfrei. Je nach Lokalisation steht die Komplikation des Platzens (Aorta) oder das Abschießen von Gerinnseln aus dem Aneurysma (Kniekehlenarterie) in die weiter entfernte Blutbahn im Vordergrund. Beide Krankheitsbilder sind schwere Notfälle und müssen sofort behandelt werden, um den Tod (Platzen der Aorta) oder den Verlust des Beines (Kniekehlenarterie) zu vermeiden.

Ist eine Vorbeugung eines Aneurysmas möglich?

Eine sichere Vorbeugung ist nicht möglich. Nichtrauchern und eine Vermeidung eines hohen Blutdruckes sind die wichtigsten Präventionsmaßnahmen.
Es besteht die Möglichkit ab dem 65. Lebensjahr mittels Ultraschall das Vorliegen eines Aneurysmas der Aorta auszuschließen. Dies macht insbesondere bei Risikopersonen (rauchende Männer ab dem 65. Geburtstag, familiäre Häufung von Aortenaneurysmen) Sinn.

Wie kann ein Aneurysma behandelt werden?

Ein symptomloses Aneurysma wird erst behandelt, wenn es eine definierte Größe erreicht hat. In der Regel ist hierzu eine Operation notwendig. In konventioneller Technik wird das Aneurysma beseitigt und durch eine Kunstoffprothese ersetzt (Aorta). Bei Aneurysmen der Beinarterien ist meist die Anlage eines Bypasses („Gefäßumleitung“) nötig. Heute ist in vielen Fällen eine deutlich weniger belastende Ausschaltung des Aneurysmas in Kathetertechnik mittels Stentprothesen möglich. 
Welches Verfahren im Einzelfall sinnvoll ist, muss in Abhängigkeit des Befundes und der Vorerkrankungen im Einzelfall festgelegt werden.


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